Budapest-Passau

 

  • 2008woto01__10_
  • 2008woto01__3_
  • 2008woto01__4_
  • 2008woto01__7_
  • 2008woto01__9_
  • a_2008woto01
  • a_2008woto01__11
  • a_2008woto01__2_
  • a_2008woto01__5_
  • a_2008woto01__8_


Der Donauradweg von Budapest bis Passau

4 Länder zu Lande, Wasser und Luft 

Mit dem Flugzeug von Nürnberg, (Deutschland) nach Budapest (Ungarn), dem Fahrrad über Bratislava (Slowakei) und Wien (Österreich) nach Passau. Ein Teilstück auf der Donau mit demSchiff.

 

Vom 10. Juli bis 18. Juli 2008

Teilnehmer: Gerhard Schermer (Leitung) Harald Asbach, Hans Haag, Ernst Jahnel, Birgit Retter, Peter Trost, Hanne Voigt

Nachdem einige Velomitglieder den Donauradweg bereits in Teiletappen (flussabwärts) gefahren sind, sollte der Wunsch anderer in Erfüllung gehen: Entlang der Donau, jedoch nicht wie fast alle Radler dies tun flussabwärts von Passau bis Budapest, sondern stromaufwärts als „Geisterfahrer“. Viele Vorbereitungen bezüglich des Fahrradtransports mussten erledigt werden, Flüge wurden gebucht und dann ging es zu wie bei den „10 kleinen Negerlein“. Im Frühjahr hatte der erste Teilnehmer einen schweren Radunfall und fiel aus, beim Nächsten machte die Bandscheibe schlapp und so ging`s weiter, bis am Anfang der Tour sieben Tapfere übrig blieben.

 

Tourverlauf:

Donnerstag, 10. Juli 2008 Flug von Nürnberg nach Budapest

Am späten Nachmittag treffen wir uns gutgelaunt und in bester Reisestimmung am Nürnberger Flughafen. Unser Gepäck ist exotisch verpackt. Oder hat schon mal jemand die Packtaschen in Frischhaltefolie eingewickelt? Dieser Trick hat unsere Taschen jedoch vor Schäden bewahrt, weil so die empfindlichen Kunststoffauf-hängungen geschützt waren. Bei hochsommerlichen Temperaturen landen wir nach kurzer Flugzeit in Budapest.

Unsere Fahrräder? Die sind bereits vor uns auf die Reise gegangen und wurden per Lkw nach Budapest transportiert. Bei einem ungarischen Fahrradhändler wurden sie bis zu unserer Ankunft zwischengelagert und warteten auf uns.

Vom Flughafen fahren wir mit Taxis zu unserem, bereits in Deutschland gebuchten, Hotel, dem Hotelschiff „Botel Lisa“. Dieses liegt etwas außerhalb von Budapest auf einem Seitenarm der Donau, die in Ungarn „Duna“ heißt. Im Quartier werden wir von Vereinsmitgliedern erwartet, die bereits vor zwei Tagen die Reise antraten. Nach Besichtigung und Bezug unserer Kajüten, die überraschenderweise geräumig und klimatisiert sind, treffen wir uns an Deck. Unter uns die Donau, über uns der Sternenhimmel und es weht ein laues Sommerlüftchen. Herz was willst du mehr? Essen! Hunger! Mit Kesselgulasch, Fischsuppe, Bier und Wein stellen wir unsere Mägen und Gemüter wieder zufrieden. Später in unseren Kojen lauschen wir noch den Wellen die gegen das Boot schlagen und lassen uns in den Schlaf wiegen.

 

Freitag, 11. Juli 2008 Budapest * 6 km

Bei strahlend blauem Himmel frühstücken wir auf dem Boot auf der angeblich so blauen Donau. Die ist jedoch nicht blau, sondern grau-braun-trüb. Um 9 Uhr werden wir von Janosch abgeholt und zu unseren eingelagerten Rädern gebracht. Unsere „Vorausflieger“ haben diese schon ausgepackt und in einen fahrbereiten Zustand gebracht. Vielen Dank dafür.

Es ist weniger ein Fahrradgeschäft in unserem Sinn, als ein „Eldorado für Fahrrad-Schrauber“. Der freundliche Besitzer Janosch führt uns herum und erzählt stolz, dass sein Geschäft das größte Fahrradersatzteillager und Geschäft in Budapest ist. Alles was am Fahrrad an Teilen ersetzt werden kann liegt in vielfacher Ausführung in Hallen auf großen Regalen bereit. Bei der Gelegenheit wird gleich ausprobiert, welche der Klingeln den schönsten Klang hat. Peter legt sich eine neue Trinkflasche zu und als er sie bezahlen will, erfährt er: Ist Gäschänk !!! Nachdem auch wir Geschenke in Form von Bocksbeuteln verteilt haben, Erinnerungsfotos geschossen wurden, satteln wir unsere Räder und schlängeln uns durch den dichten Verkehr zum Boot zurück.

Für den Nachmittag haben wir eine Stadtrundfahrt mit einem Kleinbus samt profes-sionellem Stadtführer gebucht. Laszlo, der Dank einer deutschen Ehefrau hervor-ragend Deutsch spricht, holt uns zu unserer Tour ab. Budapest, die Hauptstadt Ungarns ist Weltkulturerbe der UNESCO, wird auch „Paris des Ostens“ genannt und ist eine der schönsten Städte der Welt. Bauwerke und das Kulturerbe vergangener Jahrhunderte verbinden sich hier. Laszlo zeigt uns das Burgviertel in Buda, den Burgpalast, wir besichtigen u.a. die Matthiaskirche (die Krönungskirche der ungar. Könige), die Fischerbastei, von der wir einen fantastischen Rundblick auf die ganze Stadt haben und das Freiheitsdenkmal. Über die Elisabethbrücke (benannt nach Kaiserin „Sissi“) fahren wir ans andere Ufer der Donau nach Pest. Dort bestaunen wir die St. Stephans-Basilika und beenden unsere Stadtrundfahrt mit dem Besuch des Heldenplatzes. Bei den hochsommerlichen Temperaturen war es eine gute Idee die Besichtigung kräftesparend mit dem Bus zu machen.

Nach geballter Ladung geistiger Nahrung verlangen unsere Mägen ihr Recht und wir machen uns auf den Weg zu den Markthallen. Zu den kulinarischen Köstlichkeiten zählen die echte, fetttriefende, aber dennoch köstliche ungarische Salami und Paprika in jeder Form. Scharf, mild oder süß, eingelegt in Gläsern oder Dosen verpackt, getrocknet, dekorativ zu Ketten aufgefädelt, pulverisiert in Päckchen, püriert in Tuben und, und ....

Frisch gestärkt machen wir uns wieder auf den Weg um Budapest bei Nacht und im Lichterglanz zu erleben. Mit der „Siklo“ einer Standseilbahn fahren wir auf den Burg-berg. Der Ausblick auf die abendliche Festbeleuchtung der Stadt und die Ketten-brücke deren Lichter sich in der Donau spiegeln ist atemberaubend. Schwer beein-druckt machen wir uns auf die Suche nach einem Taxi, das uns sieben müde Touristen ins Hotel bringt. Dort angekommen nehmen wir auf Deck noch einen Absacker zu uns und genießen den letzten Abend auf dem „Botel“.

 

Samstag, 12. Juli 2008 Budapest – Tat * 97km

Wie bei den Negerlein geht`s auch bei uns weiter, noch zwei weitere Radler beschließen aus Gesundheitsgründen die Reise mit uns nicht anzutreten. Nach einem gemeinsamen, reichhaltigen Frühstück machen wir uns zu siebt nun auf den Weg und freuen uns, dass die Räder wieder rollen.

Mithilfe eines Navigationsgerätes und Stadtplans schaffen wir es problemlos die Innenstadt von Budapest zu durchqueren, außerdem ist es Samstag früh und es sind noch nicht viele Autos und noch weniger Fußgänger unterwegs. Durch die Stadt führt leider kein durchgängiger Radweg. Wir kommen durch die Künstlerstadt Szendentre und erreichen um die Mittagszeit das Städtchen Visegrad am berühmten „Donauknie“, dem engen Durchbruch zwischen zwei Gebirgen. Welch ein Glück. Hier findet heute ein Mittelaltermarkt statt. Es wimmelt von Rittern, Edelleuten, Burgfräuleins und Gewandeten. Riesige Pfannen mit Paprikasch, Zwiebeln, Fleisch und Süßem warten auf hungrige Mäuler. Wir lassen unser Vesper in den Packtaschen und greifen gerne zu. So gestärkt geht`s auf dem Radweg neben der Donau weiter. Nach 20 Kilometern taucht die imposante Basilika von Eszergom vor uns auf, wir verlassen den Radweg und erklimmen per Rad den Berg. Bei einem Fotostop verlieren wir einen unserer Mitradler. Nach einigen Telefonaten (was hat man eigentlich früher ohne Handy gemacht ?) und der Mithilfe von freundlichen, fränkischen Touristen radeln wir wieder vereint weiter.

Nach insgesamt 97 Kilometern erreichen wir am Abend bei noch immer hohen Temperaturen unser Tagesziel, den Ort Tat. Wir ziehen nach dem Abendessen die Terrasse vor und schauen einer Hochzeitsgesellschaft beim Tanz zu. Manch Radler würde gerne mitfeiern, mangelnde Ungarischkenntnisse sorgen jedoch für Verständigungsprobleme. Die Musikkapelle spielt bis in die Morgenstunden und wir hören vom Bett aus zu.

 

Sonntag, 13. Juli 2008 Tat – Gabcikovo * 107 km

Wir starten um 8 Uhr und fahren auf schlecht ausgebauten Straßen durch das Hinterland. Wir legen Kilometer um Kilometer zurück und erreichen Kamarom. Im Supermarkt „verkaufen“ wir unsere letzten ungarischen Forint. Nach dem ersten Weltkrieg wurde die Grenze zwischen der Slowakei und Ungarn entlang der Donau gezogen. So kam es auch zur Teilung dieser Stadt, in das slowakische Komarno und das ung. Komarom, welche die Brücke der Freundschaft verbindet. Wir überqueren diese und tauschen Euro in slowakische Kronen. Ein nettes Städtchen – am Europaplatz werden wir von Fanfaren- klängen empfangen. Doch nicht nur für uns um 12 Uhr öffnet sich – am Rathaus ein Türchen und ein hölzener Musikant lässt seine Melodien erklingen. Ein Eis, eine Erfrischung am Brunnen und weiter geht’s. Wir fahren auf dem unbefestigten Dammweg mit einigen Schranken entlang der Dunaj (so heißt in der Slowakei die Donau). Der Weg ist kilometerlang nicht gut befahrbar, große, lose Kieselsteine machen uns das Treten schwer. Es gibt auch keinerlei Hinweisschilder. Die Sonne brennt vom Himmel, der Asphalt strahlt die Hitze ab und es ist kein Schatten in Sicht. Etwas neidisch betrachten wir die Besucher der idyllischen Badeseen. Die Gegend ist ländlich und dünn besiedelt. Im kleinen Dörfchen Citov finden wir eine Rastgelegenheit und eine Art Kneipe. Zum Glück ist ein Mitradler der slowakischen Sprache mächtig (obwohl er noch nie da war!) und bestellt kühle Getränke zu günstigen Preisen. Doch weiter – es ziehen Wolken auf und es droht ein Gewitter. Wir treten kräftig in die Pedale und mit den ersten Regentropfen treffen wir im „Hotel Arpad“ in Gabcikovo ein. Kaum im trockenen Zimmer, blitzt und donnert es gewaltig, der Himmel öffnet seine Schleusen und im Hinterhof entsteht ein kleiner See. Das einzige Lokal am Ort, gleich nebenan, versprüht den Charme von vergangener Ostblock-Atmosphäre, wir essen dennoch mit großem Appetit.

 

Montag, 14. Juli 2008 Gabcikovo – Hainburg * 75 km

Die ganze Nacht hindurch gewittert und regnet es. Wir dehnen unser Frühstück aus und starten bei Nieselregen, herbstlichen Temperaturen und Wind. Wir überqueren die Schleusenanlage des gigantischen, umstrittenen Stauwerkprojekts aus Stalinzeit und fahren bis Cunovo auf dem Damm entlang. Eine steife Brise bläst uns entgegen und wir kommen trotz des ebenen Weges nur langsam voran. Im Lauf des Tages bessert sich das Wetter und am Nachmittag treffen wir in Bratislava ein. Bratislava, Hauptstadt der Slowakei, liegt an den Ausläufern der kleinen Karpaten und hieß bis 1919 Pressburg. In der Altstadt nehmen wir ein spätes Mittagessen (im Freien einge-kuschelt in Decken) zu uns und besichtigen anschließend die liebevoll renovierte Stadt. Nachdem ein Schlauch heute 3x geflickt werden musste, entschließt sich der Besitzer zu einem kompletten Reifenneukauf. Von der Altstadt Bratislavas ist der Weg zum Donauradweg nicht beschildert und es erfordert einige Mühe diesen wieder zu finden. Es windet noch immer als wir um 19.30 Uhr in Hainburg eintreffen. Unsere Pension heißt „El Pirada“, ist eine Pizzeria und in den Zimmern riecht es nach Pizza. Die Pizzen sind klasse, der Salat frisch und der Rotwein hat die richtige Temperatur.

 

Dienstag, 15. Juli 2008 Hainburg – Greifenstein * 95 km

Wir starten nach einem leckeren Frühstück zur Stadtrundfahrt durch das mittelalterliche Hainburg, treffen einen Jakobspilger, blicken auf Bad Deutsch Altenburg undüberqueren die lange Spannbrücke. Wir wollen nicht den Donauradweg nach Wien radeln, sondern durch das Weinviertel. Doch der Wind bläst uns so stark entgegen, dass wir kaum vom Fleck kommen. Wir strampeln und nach einer Stunde und 12 gefahrenen Kilometern geben wir uns von der Natur geschlagen. Wir kehren um und fahren auf dem Marchfelddamm im Nationalpark Donau-Auen,(verfahren unmöglich) bis nach Wien. Wir durch- queren den Prater, vorbei am Riesenrad, überqueren den Donaukanal und sind mitten in Wien. Zeit für eine Pause zur Besichtigung des Stephansdoms.

Außerdem können wir Wien unmöglich ohne einen Kaffeehausbesuch verlassen. Gleich hinter dem „Steffl“ werden wir fündig. Wiener Melange, Marillenknödel und Apfelstrudel schmecken hervorragend und der Abschied fällt schwer. Das Navi leistet wieder gute Dienste und wir erreichen schnell den Donauradweg. Wieder Panne – gleiches Fahrrad, anderes Rad, wieder Austausch. Nach wenigen Kilometern erreichen wir Klosterneuburg. Wir machen einen kurzen Abstecher zum Augustiner-Chorherrenstift. Weiter bis nach Greifenstein, ein steiler Anstieg bis zur „Villa Neuwirth.“

So elegant haben wir noch nie gewohnt: Villa aus der Jahrhundertwende, Stuck-decken, Stilmöbel, Kachelofen und riesige Zimmer. Dazu ein Balkon mit grandioser Aussicht. Ein kurzer Spaziergang und Abendessen im „Braunen Bären“. Der Wind heute hat uns ziemlich müde gemacht und wir verziehen uns schnell in die Betten.

 

Mittwoch, 16. Juli 2008 Greifenstein – Melk * 102 km

Wir nehmen unser Frühstück im Privatwohnzimmer der etwas schrulligen Pensionswirtin ein.

In der Blumenstadt Tulln füllen wir unsere Vorräte auf und fahren durch die wohl bekannteste Weinregion Österreichs, die Wachau bis nach Krems. Wir machen einen kurzen Stadtbummel, dann geht`s weiter bis nach Dürnstein. Hier gönnen wir uns Kaffee und Eis bevor wir mit einer kleinen Fähre auf die andere Seite der Donau wechseln. Von hier aus haben wir einen tollen Blick auf die Ruine von Dürnstein. Unser Weg führt entlang von Obstgärten mit unzähligen Marillenbäumen, wir blicken auf die steilen Weinberge und die vielen Schiffe auf der Donau. Wir fahren ent-spannt, ohne viel Anstrengung auf dem vollkommen ebenen, gut ausgebauten Weg nach Melk, dem traditionsreichen Weinbauort mit dem weltberühmten barocken Benediktinerstift.

Unser Nachtlager (Pension weißes Lamm) ist schnell gefunden, sehr zentral, mitten im Ort mit Blick auf den Prachtbau. Nach dem Abendessen besteigen wir den Berg auf dem das Stift steht, laufen einmal rund herum und landen in einer Vinothek. Das Nachtleben ist überschaubar, wir sind die einzigen Gäste und um Mitternacht werden die Gehsteige hochgeklappt. Gute Nacht!

 

Donnerstag, 17.Juli 2008 Melk – Linz * 18 km

Es ist trüb und sieht nach Regen aus. Wir holen die Räder aus dem alten Gewölbe-keller und ein Mitradler bemerkt einen Defekt am Rad. – Speichenbruch –

Zwei machen sich auf den Weg zu einer Werkstatt, wir anderen kümmern uns um den Proviant. Es regnet sich ein, wir suchen eine Alternative zum Radeln. Bahn oder Schiff ? Wir haben Glück. Nur Donnerstag (Heute ! ) fährt ein Schiff um 11.20 Uhr nach Linz, – endlich, die Mannschaft ist wieder vollständig. Wir rasen zu den Anlegestellen und da kommt auch schon das Schiff, die „Johanna“. Wir steigen zu, parken unsere Fahrräder im Bauch des Schiffes und sind froh, dass wir aus den Regenanzügen kommen. Endlich im Trockenen. Wir machen es uns auf dem Ober-deck gemütlich und staunen: Wir sind die einzigen Passagiere an Bord. 9 Personen Besatzung nur für uns! Welch Luxus! Die Crew ist sehr nett zu uns und trocknet unsere nassen Sachen im Wäschetrockner. Der Schiffsmannschaft ist es langweilig, auf das Schiff passen 600 Passagiere und so werden wir königlich bewirtet. Schade nur, dass wir die schöne Landschaft des Strudengaus und des Mostviertels nur vom Schiff aus sehen und nicht erradeln können, aber es regnet immer noch. Es steigen neue Gäste zu. – Eine Seniorengruppe. Sie vertreiben sich die Zeit und singen Volkslieder. Peter setzt Charme und Stimme ein und begeistert vor allem die alten Damen.

Unser Tagesziel für heute ist Linz und wir versuchen einen Schlafplatz zu finden. Doch in Linz ist eine Großveranstaltung und wir müssen außerhalb übernachten. Nach über 7 stündiger Fahrt ist unsere Schiffsreise zu Ende und wir dürfen wieder auf das Rad. Rechtzeitig zum Aufbruch reißt der Himmel auf und die Sonne spitzt hervor. Wir fahren 15 Kilometer und sind im „Gasthof Rodlhof“ in Ottensheim.

Bei Mühlviertler Spezialitäten lassen wir den Tag ausklingen.

 

Freitag, 18. Juli 2008 Ottensheim – Passau * 102 km

Wir radeln am Flüsschen Rodl entlang und treffen auf eine Ruderregattastrecke auf einem Seitenarm der Donau. Es sind Vorbereitungen für eine Regatta im Gange, wir fahren parallel zu den Sportlern und ziehen in Sachen Geschwindigkeit den Kürzeren. Die Sonne scheint und wir genießen heute unseren letzten Radltag auf dieser abwechslungsreichen Strecke. Zwischen Aschach und Passau schneidet sich die Donau tief ein und sucht sich ihr kurvenreiches Bett. In Schlögen setzen wir mit einer kleinen Radfähre ans andere Ufer über. Am Nachmittag trübt es sich ein und ein Platzregen treibt uns in ein Cafe. Die Sonne scheint wieder und wir machen uns auf zur letzen Etappe. Die Zeitspanne zwischen zwei Regenschauern wird immer kürzer und wir geben Gas. Um 16 Uhr erreichen wir unser Endziel Passau. Nachdem wir völlig durchnässt sind, verzichten wir auf eine Besichtigung und Übernachtung in der Dreiflüssestadt (Donau, Inn und Ilz) und fahren direkt zum Bahnhof. Wir haben Glück und bekommen eine gute Verbindung über Regensburg nach Nürnberg.

In Regensburg müssen wir umsteigen, ein Teil unserer Gruppe kümmert sich um die Fahrräder, ein anderer Teil um`s leibliche Wohl, sprich Bier, Cola und belegte Brötchen. Wir treffen nette Mitfahrer und haben eine lustige, kurzweilige Bahnfahrt. In Nürnberg ist unsere diesjährige Radtour beendet und unsere Wege trennen sich. Harald und Peter machen sich per Fahrrad auf den Heimweg, wir anderen steigen in den Zug Richtung Ansbach um. In Heilsbronn steigen wir aus und radeln die letzten 10 Kilometer nach Hause.

Um 21.30 Uhr stehen wir daheim vor der Haustür, einen Tag früher als geplant, und überraschen unsere Familien.

Wieder ist eine schöne, gemeinsame Reise zu Ende, schade, aber wir haben schon neue Pläne geschmiedet.

Der Donauradweg ist auf deutscher und österreichischer Seite sehr gut befahrbar und ausgeschildert. Auf slowakischen und ungarischen Staatsgebiet weist er jedoch große Mängel auf. Schilder sind eine Seltenheit, ebenso wie ausgebaute Radwege. Eine Radkarte ist unbedingt erforderlich, eine guter Orientierungssinn erleichtert die Wegsuche. Unser Navigerät war in Großstädten eine Hilfe. Außerdem ist es ratsam Ersatzteile mitzuführen, da es außerhalb der Städte schwierig und teuer ist, welche zu bekommen.

Es ist empfehlenswert die Reise in Passau zu starten und stromabwärts zu radeln. Es geht immer leicht abwärts, ohne jegliche Steigung und man hat den Wind im Rücken. Ab und zu kräftig in die Pedale getreten und es rollt von selbst. Auch Familien mit kleineren Kindern können Teile dieser Tour (Passau – Wien) leicht bewältigen.

Unsere diesjährige Wochentour, der Donauradweg, von Budapest bis Passau, er-streckte sich über etwa 600 Kilometer per Fahrrad und 100 Kilometer per Schiff. Die Fahrzeit betrug 35 Stunden, die Durchschnittsgeschwindigkeit war 17 kmh.

Das Wetter war durchwachsen, von hochsommerlich heiß mit Gewittern, bis nasskalt-regnerisch und stundenlangen Dauerregen war alles geboten. Mit geeigneter Kleidung und Alternativen zum Fahrrad lässt sich jedoch jedes Wetter aushalten.

Birgit Retter

   

Unsere Aktivitäten auf Strava (Auszug von Tracking Aufzeichnungen)